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Zistrosekraut in der Virenforschung

Zistrosekraut in der Virenforschung.                              Autor: Ernst Janssen, Sylt (6/2020)

Unter der Bergbevölkerung auf Kreta finden sich heute die meisten über Hundertjährigen Europas. Sie trinken täglich selbst gepflückte Zistrose. Unzählige Berichte über dieses „Wunderkraut der Antike“ veranlassten mich, täglich Zistrose präventiv und auch als Durstlöscher zu trinken. Infekte kenne ich seither kaum noch. Virenforscher bestätigten nach Laborversuchen die Wirksamkeit der Zistrose gegen Ebola-, Aids-, Marburg- u. a. behüllte Viren, die zur Gruppe der Coronaviren zählen. Häusliche Zubereitungen als Tee oder Sud (20 Cent/Tag) sind in der Wirkung teureren Fertigpräparaten ebenbürtig.

Seit Menschengedenken fallen Urwälder und Naturflächen ansteigendem Bedarf nach Holz sowie Weide und Ackerflächen zum Opfer. Viele Menschen machen sich zwar Gedanken darüber, wie wichtig Naturschutz für den Erhalt unserer Lebensgrundlagen ist, handeln aber nicht danach. Stattdessen nehmen sie hin, dass sich das Weltklima weiter erwärmt. Bislang unbekannte Viren- und Bakterienstämme dringen mutierend aus zerstörten Urwaldgebieten über Tiere zu uns vor. Virologen berichten von etwa vierzig Viren mit pandemischem Potential. Aktuell das behüllte Corona-Virus. Jahrtausendealte Urwaldbiotope werden zunehmend für monotone Anbauflachen der Viehwirtschaft, für Futtermittelanbau, Palmölpflanzungen und verstärkten Abbau seltener Erden zerstört. Auch der ansteigende Fleischkonsum zu Billigpreisen ist zu nennen. (Jahresverbrauch in Deutschland = 60 kg (USA = 120kg) Fleisch pro Kopf/Jahr.)

Die Eingrenzung des Corona-Virus ist mit Verzicht auf Bürgerrechte verbunden. Schadensbegrenzung und Wiederbelebung der Wirtschaft kostet Billionen. Weitere Pandemien sind möglich. Denn Viren reisen immer mit dem jeweils schnellsten Verkehrsmittel. Gestern noch in China, heute in München und New York. Die Zeitspanne zwischen der Russischen Influenza (1889/90) und der Spanischen Grippe (1918) betrug noch 28 Jahre. 39 Jahre später folgte die Asiatische-Grippe (1957) und nach weiteren 11 Jahren die Hongkong-Grippe (1968). Nach 41 Jahren folgte die Schweinegrippe (2009) und nach nur zehn Jahren aktuell die Corona-Virus Pandemie. Allesamt sind behüllte Viren, von Tieren zum Menschen übertragen. Ein Problem, das zunehmen wird, wenn der Planet Erde weiter so schamlos wie bisher geplündert und vergiftet wird.

Ich wünsche mir, dass über die wichtigen Schutzmaßnahmen wie Hygiene, Mundschutz, Quarantäne oder das Abstandhalten hinaus, seriöse ernährungsmedizinische Hinweise für eigeninitiatives Handeln gleichwertig vermittelt würden. Zum Beispiel über die Inhaltstoffe bestimmter Pflanzen, die behüllte Viren, wie z. B. das Corona-Virus, am Eindringen in gesunde Zellen hindern können. Pflanzenstoffe, die man sich selber, in Tee oder Sud minutenschnell zubereitet, über Nahrung und Getränke zuführen kann.

Gewächse aus intakter Natur verfügen u. a. über die Fähigkeit, Gefährdungspotentiale (Klima, Schädlings-u. Pilzbefall) rechtzeitig wahrzunehmen, zielgenau Abwehrmaßnahmen gegen sie zu ergreifen und zeitgleich Nachbargewächse davon in Kenntnis zu setzen. Sie grenzen so Schäden für den Gesamtbestand ein. Dieses Angebot ist auch für Menschen nutzbar. Mit Aufnahme pflanzlicher Polyphenolverbindungen.

Blatt und Stängel der mediterranen Zistrose enthalten besonders viele polyphenolische Verbindungen. Als bodendeckende Pflanze mit geringer Vegetationshöhe, stellte sie sich mit Beginn der Abholzung mediterraner Urwälder als Ersatzvegetation (Macchie) ein. Anwendungen mit Zistrose sind seit Jahrtausenden unter den mediterranen Völkern bekannt. Als pflanzlicher Rohstoff mit breitem Anwendungsspektrum (z. B. Wundheilung, Infektabwehr im HNO-Bereich, Hauterkrankungen, Herpes…) und auch als altersschützendes Genussgetränk ist die Zistrose aktuell wieder in aller Munde.

Grundlegende Informationen zur Zistrose entnehmen Sie bitte meinem Info-Flyer ZISTROSE, erhältlich im TEEhaus Janssen / Sylt oder online unter: teehaus-janssen.de. V.i.S.d.PG: Ernst Janssen, Strandstraße 25, 25980 Sylt. Tel. 0162-468 67 23. Mail: janssen.e@t-online.de Homepage: Ernst-Janssen.com (5/2020)

 Nachfolgend ein ungekürztes Presseinterview mit der Biologin Prof. Dr. Ruth Brack-Werner:

Welches Potenzial hat die aus dem Mittelmeerraum stammende Heilpflanze Zistrose?

Zunächst einmal: Ich bin keine Medizinerin, sondern Wissenschaftlerin. Als solche habe ich die antivirale Wirkung der Extrakte gegen HIV und andere behüllte Viren im Labor untersucht. Da haben wir deutliche Effekte gesehen. Daher glaube ich, dass Zistrosenextrakte das Potenzial haben, zu verhindern, dass behüllte Viren Zellen infizieren.

 Welcher Stoff ist dafür verantwortlich?

Pflanzen mit antiviraler Wirkung

Kapuzinerkresse: Senföle und andere Inhaltsstoffe der bunten Gartenblume hemmen das Wachstum von Bakterien, Viren und Pilzen. Ähnlich wirksam ist Meerrettich, der ebenfalls reichlich Senföle enthält. 

Salbei: Die Blätter der altbewährten Heil- und Gewürzpflanze enthalten ätherisches Öl, Flavonoide sowie Gerb- und Bitterstoffe, die antientzündlich, antibakteriell und antiviral wirken. Ein Aufguss zum Gurgeln hat sich zum Beispiel als Mittel gegen Halsschmerzen bewährt.

Zitronenmelisse: Melissentee wirkt beruhigend und fördert so das Einschlafen. Die Pflanze hat unter anderem auch antivirale Eigenschaften: Eine Creme mit Melissenblätterextrakt wird äußerlich zur Behandlung von Lippenherpes eingesetzt. ast

Das würden wir auch gern wissen. Ich glaube, dass es nicht ein Stoff ist, sondern dass es mehrere sind. Wir haben bei unseren Studien festgestellt: Je stärker wir versucht haben, die Substanz einzugrenzen, umso schlechter wurde die Aktivität. Wir haben auch mehrere Stoffe, die wir in den Extrakten identifiziert hatten, einzeln getestet. Die Effekte waren dann aber geringer als in Kombination. Auf jeden Fall handelt es sich bei den wirksamen Substanzen um Polyphenole. Das ist allerdings eine große Stoffgruppe.

Also spielen mehrere Substanzen eine Rolle?

Genau. Es macht ja auch Sinn, da Pflanzen mehrere Stoffe produzieren, um sich in der Natur vor Angreifern zu schützen.

Wie sah Ihre Studie genau aus?

Mein Schwerpunkt ist die HIV-Forschung. Wir wollten wissen, ob Zistrosenextrakte gegen HI-Viren wirken. Dazu haben wir im Labor in Anwesenheit von Zistrosenextrakten Zellen mit HIV infiziert. Wir haben dann festgestellt, dass die Infektion blockiert wurde. Dabei haben wir ein spezielles Testverfahren genutzt, das auf HIV-infizierbaren Zellen mit einem Indikator-Gen beruht.

Bei HIV-Infektion produzieren die Zellen einen roten Farbstoff. Wenn die Infektion verhindert wird, entsteht weniger oder gar kein Farbstoff. Auf diese Weise haben wir käufliche Präparate und auch Tees von Cistus incanus und andere im Handel befindliche polyphenolreiche Pflanzenextrakte getestet. Es ist ja eine wichtige Frage, ob die antiviralen Stoffe durch Hitze zerstört werden. Die Tees waren aber genauso effektiv wie die bei Raumtemperatur aufbewahrten Extrakte.

Außerdem wollten wir wissen, ob selbst erzeugte Produkte genauso wirksam sind wie gekaufte. Es hätte ja sein können, dass die Hersteller ein spezielles Extraktionsverfahren verwenden. Also haben wir im Labor selber Zistrosen gezüchtet und daraus Extrakte hergestellt. Sie waren genauso wirksam wie die käuflichen.

Ich könnte also meine eigenen Zistrosen anbauen?

Ja, die kann man kaufen und im Garten ziehen. Ich bin mir aber nicht so sicher, ob die Extraktion außerhalb des Labors ohne Weiteres durchgeführt werden kann. Uns ging es nur darum, zu zeigen, dass die Wirksamkeit nicht von der Präparationsmethode der käuflichen Präparate abhängt – also dass da kein spezielles Verfahren verwendet wurde.
Sind die Zistrosenpräparate dann tatsächlich im Kampf gegen HIV angewendet worden?
Soweit ich weiß, nicht.

Wie erklären Sie sich die antivirale Wirkung der Extrakte?

In weiteren Experimenten haben wir zeigen können, dass sie die Viruspartikel daran hindern, an die Zelle anzudocken. Wir gehen davon aus, dass die Extrakte die Virenhülle in einer Art verändern, dass die Erreger nicht mehr infektiös sind.

Außerdem wollten wir wissen, ob die Wirkung auf HIV beschränkt ist. Dazu haben wir ein Verfahren angewendet, das man Pseudotypisierung nennt. Man kann Viren wie HIV nämlich eine andere Hülle geben. Sie haben also zum Beispiel einen HIV-Kern und eine Hülle mit Proteinen einer anderen Virusfamilie. In unserem Fall haben wir Hüllproteine von Filoviren verwendet. Das ist eine Virenfamilie, zu der auch Ebola- und Marburg-Viren gehören. Wir haben gezeigt, dass wir auch die Infektion mit diesen Pseudotypen hemmen können. Daraus schließen wir, dass die antivirale Aktivität nicht auf HIV beschränkt ist.

Kann man davon ausgehen, dass die Extrakte dann auch gegen echte Ebolaviren aktiv werden?

Zumindest ist das eine Basis dafür, diese Frage weiter zu untersuchen.

Könnten die Auszüge auch gegen andere behüllte Viren wie das neue Coronavirus wirken?

Ich halte es für denkbar. Derzeit untersuchen wir in Zusammenarbeit mit anderen Institutionen, ob man die Infektion mit Coronaviren in Zellkulturen durch Zistrosenextrakte hemmen kann. Mehr kann ich momentan nicht dazu sagen.

Wie kamen Sie auf diese Pflanze?

Wir haben zwei Jahre zuvor eine Arbeit publiziert, wo wir einen ähnlichen Effekt für Pelargonium sidoides, die Kapland-Pelargonie, gefunden haben. Auch da haben wir gezeigt, dass angereicherte Polyphenole wichtig sind für die Aktivität. Und dann haben wir uns gefragt: Was gibt es denn noch für medizinische Pflanzen, die reich an Polyphenolen sind? So sind wir auf die Zistrose gekommen.

Gibt es noch weitere Pflanzen dieser Art?

Ja, es gibt weitere polyphenolreiche Pflanzen. Aber die beiden Pflanzen, die wir für unsere Studien gewählt haben, sind sehr gut untersucht.

Es gibt viele Pflanzen, die antivirale Inhaltsstoffe haben sollen, etwa Kapuzinerkresse, Meerrettich oder Ingwer.

Sie haben recht, es gibt sehr viele. Für unsere Forschung war es uns wichtig, etwas zu untersuchen, das im Handel erhältlich ist und wozu es klinische Studien in Bezug auf Sicherheit gibt. Deshalb haben wir uns auf diese beiden Pflanzenextrakte konzentriert. Es geht uns nicht darum, möglichst viele Pflanzen durchzutesten, sondern sie müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllen, es musste sich also um Phytomedizin handeln.

Tun Sie selbst etwas, um Ihr Immunsystem zu stärken?

Ja, ich achte auf gesunde Ernährung und ausreichend Bewegung. Ich möchte anmerken, dass die von uns beschriebene antivirale Wirkung der Zistrosen- und Pelargonienextrakte auf einem direkten Angriff auf die Viruspartikel beruht und nicht auf der indirekten Stärkung des Immunsystems. Ich persönlich nehme Zistrosen- oder Pelargoniumpräparate beim ersten Auftreten von Erkältungssymptomen ein und setze die Einnahme bis zum Ende der Symptomatik fort.

Interviewende

 

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